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Unter dem Slogan „Stoppt Zwangsprostitution“ ist eine große Kampagne gestartet, die sich gegen den weiteren Ausbau dieser strafrechtlich relevanten Tätigkeit richtet. Waren es bis vor wenigen Jahren hauptsächlich Russinnen, die sich illegal in Deutschland aufhielten, finden sich nun vermehrt Frauen aus der Ukraine und Polen, sowie Tschechien. Obwohl viele dieser Frauen mittlerweile legal in Deutschland sind, werden sie von ihren Zuhältern immer noch gezwungen, Sex mit wildfremden Männern zu haben. Nicht selten gelangen Frauen über Menschenhändler nach Deutschland. Sie bekommen in ihrer Heimat viele Dinge versprochen, weil sie in Deutschland ja besser leben könnten, lassen sie sich darauf ein.
Einmal angekommen, werden sie jedoch gezwungen zum Sex. Die Zwangsprostitution ist eine moderne Form der Sklavenarbeit. Hohe Beträge werden von den Frauen für Fahrdienste, die Bereitstellung eines Arbeitszimmers oder Arbeitskleidung verlangt. Wer sich wehrt, wird massiv unter Druck gesetzt. Die betroffenen Frauen verstehen oft kein Wort Deutsch und können auch nicht auf Beziehungen in Deutschland zurück greifen, um sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Deshalb wendet sich die Kampagne „Stoppt Zwangsprostitution“ nicht nur an die Prostituierten selbst, sondern auch an die Freier.
Freier werden zur aktiven Mithilfe aufgerufen
Die Freier werden dabei zunächst aufgeklärt, dass Prostitution in Deutschland grundsätzlich erlaubt ist. Sie kann, wie jede andere sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt werden. Sobald die Frauen jedoch zur Prostitution gezwungen werden, handelt es sich um ein Verbrechen, wie es auch im Strafgesetzbuch verankert ist. Die Freier werden dazu aufgefordert, genau hinzuschauen. Sobald nur geringe Anzeichen erkennbar sind, die darauf hindeuten, dass die Frauen sich nicht freiwillig prostituieren, sollten die Freier wach werden. Sie sollten versuchen, mit den Prostituierten zu sprechen und herausfinden, ob diese gezwungen werden, ihren Körper zu verkaufen. Oftmals sind Freier die einzigen Menschen, die zu den betroffenen Frauen Kontakt haben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass genau diese Freier aufmerksam werden, Zwangsprostitution erkennen und entsprechend handeln.
Es geht den Initiativen gegen Zwangsprostitution nicht um eine moralische Bewertung der Prostitution oder der Männer, die selbige in Anspruch nehmen. Es geht vielmehr darum, Menschenhandel und moderne Sklavenhaltung zu unterbinden. Für Freier bedeutet Zwangsprostitution überdies, dass die Leistungen, die sie erwarten, nicht freiwillig erbracht werden. Das wird sich mehr oder weniger stark auch bei der Freude an der Sache auswirken. Deshalb gilt, dass Freier wachsam bleiben sollten. Nicht zuletzt können sie sich unwissentlich ebenfalls strafbar machen, wenn sie sexuelle Dienste in Anspruch nehmen, die nicht freiwillig erbracht werden.
Für Freier bedeutet es aber auch, dass jeder Markt nur dann entstehen kann, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Sie können deshalb durch Absenken der eigenen Nachfrage das Angebot senken. Insofern gilt es genau hinzuschauen und insbesondere bei sehr jungen, teils minderjährigen Frauen, die oft noch nicht einmal unsere Sprache sprechen, wachsam zu bleiben. Nur so kann das Problem Zwangsprostitution in Angriff genommen werden. Das Verständnis für diesen modernen Sklavenhandel muss einfach in der Öffentlichkeit geweckt werden und gegen genau diese Probleme gehen auch die Initiativen gegen Zwangsprostitution vor.
Merkmale für Zwangsprostitution und Ausbeutung
Freier können insbesondere auf folgende Punkte achten, um Zwangsprostitution zu erkennen und anschließend entsprechend zu handeln: Frauen sind oft verängstigt und haben keine Orientierung mehr, sie sind erschöpft und übermüdet und zeigen Spuren von Misshandlungen. Ebenfalls kann die Minderjährigkeit ein Indiz für Zwangsprostitution darstellen, sowie geringe Kenntnisse der deutschen Sprache. Wird der Preis für die Dienstleistung durch Dritte ausgehandelt, weist dies ebenfalls auf Zwangsprostitution hin, genauso wie das passive und apathische Verhalten der Frauen während der Leistungen. Sind die Frauen sexuell unerfahren, erfüllen sie alle Wünsche der Freier, ohne sich zu wehren, findet der Kontakt in verschlossenen Räumen statt oder gibt es eine Überwachung, so deutet dies ebenfalls auf Zwangsprostitution hin. Gleiches gilt, wenn die Frauen von Dritten an einen vereinbarten Ort gebracht werden oder wenn die Frauen ihr Geld gleich weiter geben, bzw. Dritte das Geld zunächst kassieren.
Bilder: © S. Hofschläger; Thommy Weiss – Pixelio
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